„Das ist eine Familiensache“

„Das ist eine Familiensache“

Für „Die blauen Jungs vom Münstertor“ ist die Kneipe von Josef Berkenbrock eine einzigartige und die gemütlichste Institution in Horstmar. Der Stammtisch trifft sich nun schon seit 1981 jeden Sonntag in dem örtlichen Lokal. Besonders die Großzügigkeit und Herzlichkeit von Inhaber Josef Berkenbrock wussten die acht Stammtischbrüder immer zu schätzen.
Von Inga Böddeling: Doch nun ist Schluss für den fast 90-jährigen Kneipenbesitzer – Anfang nächsten Jahres werden seine Enkel die Kneipe übernehmen. Aus diesem Grund ließ es sich der Stammtisch nicht nehmen, sich für die jahrelange Bewirtung zu bedanken.

Josef Berkenbrock kennt die Stammtischbrüder schon von klein auf, hat vielen der Jungs früher sogar die Haare geschnitten.

„Für uns wird es aber keinen Wechsel geben. Wir werden weiterhin hier am Münstertor bleiben, auch nach dem Wechsel der Inhaber“, stellt Jürgen Flinkert fest. Doch nicht nur der Stammtisch war regelmäßiger Besucher bei Berkenbrock.

Besonders dankbar ist Josef Berkenbrock seiner Horstmarer Kundschaft, die ihm langjährig die Treue gehalten hat. „Ohne die angenehmen Kunden hätte ich das hier gar nicht so lange ausgehalten“, erklärt der Senior. „Für mich ist es eine große Freude, dass meine Enkel die Kneipe jetzt übernehmen. Deshalb habe ich auch so lange durchgehalten.“ Da der Großvater weiß, dass nun alles in guten Händen ist, fällt es ihm leichter, aufzuhören.

Seit 1952 gehört die Kneipe „Zum Münstertor“ zusammen mit dem benachbarten Friseursalon zum Horstmarer Altstadtbild. Seit mehr als 60 Jahren also kümmert sich Josef Berkenbrock mit Freude um seine Kneipe. „Das ist eine Familiensache. Deshalb wäre es so schade gewesen, wenn wir die Kneipe hätten schließen müssen“, ergänzt Berkenbrock.

Seit dem Sommer steht nun also fest, dass die übernächste Generation der Berkenbrocks die Gastwirtschaft übernehmen wird – die Brüder Christoph, Richard und Reinhard. „Für uns war eigentlich immer klar, dass wir die Kneipe irgendwann führen werden. Jetzt ist einfach ein perfekter Zeitpunkt“, meint Reinhard, der jüngste der drei Brüder. Anfang Februar soll es dann soweit sein.

Bis dahin werden sich die Drei mit tatkräftiger Unterstützung und in Eigenregie um den Umbau kümmern. „Wir werden den alten Stil auf jeden Fall beibehalten“, betonen die Brüder. Dennoch sollen eine neue Theke, die Erneuerung der Toilettenanlage und neues Mobiliar für einen frischen Anstrich sorgen. Während der Umbauarbeiten im Januar wird die Kneipe allerdings geschlossen bleiben.

Quelle: Westfälische Nachrichten